25.08.2026
Zur Einweihung der Info-Tafel der geheimnisvollen Kreuzung „Siebenwege“ durch den Heimatverein Lienen herrschte reges Treiben an dem alten Versammlungsplatz, wo sich die Bauernschaften Holzhausen und Westerbeck treffen. Der malerisch unter Eichen gelegene Picknickplatz platzte aus allen Nähten, als die erste Vorsitzende Karla Voß die so zahlreich erschienenen Gäste begrüßte.
Wie sich schaurige Sagen und vergangene Realitäten möglicherweise zusammenfügen können, zeigte Karla Voß in ihrer kurzen Ansprache auf. Erzählte Rektor Friedrich Schmedt in dem von Friedrich Ernst Hunsche herausgegebenen Büchlein „Sagen und Geschichten aus dem Tecklenburger Land“ von Hexenzusammenkünften, verlorenen Besenstilen und gefundenen seltsamen Pfannkuchen nach solchen Zusammenkünften, erinnert sich Renate Hirsch an Erzählungen ihres Großvaters, der, geboren im Jahre 1873, immer zu berichten wusste, dass die Siebenwege ein Treffpunkt der armen Heuersleute aus der Umgebung waren. Die trafen sich dort, um in Holzschuhen und ausgestattet mit Sensen und anderen Werkzeugen Richtung Holland zu ziehen. Hier wollten sie sich ein Zubrot für ihre oftmals großen Familien „osse Grässmegger“ (als Grasmäher) verdienen. Ihre Lieben zu Hause ließen sie gut versorgt, aber der Not gehorchend, mit Pfannkuchen nur aus Mehl und Wasser ziehen. Die Pfannkuchen schmeckten fürchterlich und wurden oftmals – unter großer Geheimhaltung - bereits zu Beginn der Reise an den Siebenwegen weggeschmissen – Geschichte und Geschichten um die Siebenwege eben, die an diesem Abend noch intensiv diskutiert wurden.
Die perfekt gegrillten Bratwürstchen und mitgebrachten Getränke fanden alle dankbare Abnehmer, für die Nachwelt wurden keine sagenumwobenen Reste hinterlassen. Der Heimatverein Lienen freut sich über die geglückte Premiere und nimmt das als Ansporn, an weiteren Informationstafeln im Ortsgebiet zu arbeiten.
