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Weißes und abgetöntes Porzellan, kräftige Keramik in ebenso kräftigem Gelb, zeitlose Eleganz, schlicht oder verschnörkelt mit und ohne Goldrand. Moderne Formen mit buntem Dekor oder althergebracht in oval, rund, flach oder mit Fuß. Immer wieder und immer noch aktuell in Blauweiß oder Streublümchen, Rosenmuster .... und vieles mehr.

Die ausgestellten 19 Exemplare aus Privatbesitz zeigen schon Einiges an Vielfalt.

 

 

      

 

Wenn man so schöne

Suppenterrinen

sieht, ist der Gedankensprung zur Hochzeitssuppe naheliegend!

Eine Hochzeitssuppe ist eine klare Suppe auf der Basis einer Fleischbrühe, regional unterschiedlich angereichert mit Kombi-nationen von Hühnerfleisch, Fleischklößchen, Markklößchen, Leberknödeln, Brätspätzle, Flädlestreifen, Spargelköpfen, Nudeln, Backerbsen, Schöberl oder Eierstich, teilweise werden auch Rosinen zugegeben.

Ein Rezept für die klassische Hochzeitssuppe und für Dügün Çorbasi  - das ist eine türkische Hochzeitssuppe - finden Sie hier.
 


Diese Suppenterrinne ist mehr als 100 Jahre alt. Die Eigentümerin wusste zu berichten, dass sie zur Aussteuer der Großmutter gehörte. Die Großeltern heirateten im Jahre 1915.

 

Unter dem Suchbegriff Porzellan findet man bei www.wikipedia.de u.a. folgendes:
Porzellan (italienisch porcellana, ursprünglicher Name einer Meeresschnecke mit weiß glänzender, porzellanartiger Schale, siehe Porzellanschnecken; englisch porcelain oder china), auch Weißes Gold genannt, ist ein durch Brennen hergestelltes feinkeramisches Erzeugnis mit weißen, dichten, porenfreien, in dünnen Schichten transparenten Scherben. Es wird aus einem Gemisch von Kaolin (Porzellanerde, Porzellanton), Feldspat und Quarz hergestellt, die im Verlauf des keramischen Brandes in Glasphase und Mullit umgewandelt werden. Glasiert oder unglasiert findet es Verwendung zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen, technischen Erzeugnissen und für künstlerische Zwecke.
Durch den Reisebericht „Il Milione“ des Marco Polo erfuhren die Europäer wohl erstmals von chinesischem Porzellan, denn er beschreibt Gegen­stände aus einem weißen edlen Material, das die Chinesen als Tafelgeschirr nutzten. Darüber hinaus macht er einige Angaben zu seiner Herstellung und soll auch das erste chinesische Porzellan nach Europa mitgebracht haben.

Die Erfindung des Porzellans in China

Die Herstellung von Porzellan wurde im Kaiserreich China im Jahre 620 erfunden, die einzelnen Grundstoffe und Verfahren wurden lange Zeit geheim gehalten. Chinesisches Porzellan kann die heute bekannten Grundbestandteile Kaolin, Feldspat bzw. Petuntse und Quarz enthalten.

 Die Herstellungsverfahren sind dem des europäischen Porzellans ähnlich. Jedoch ist der Porzellanbegriff dort viel weiter gefasst und kommt eher unserem Begriff Keramik näher. Nach eigenen Darstellungen wird lediglich nach hart bzw. weich gebranntem Scherben unterschieden. Zudem wird der helle klare glockenreine für Porzellan typische Klang, der bei leichtem Anschlagen entsteht, als Kriterium angesetzt. Farbe, Dicke und Dichte des Scherbens sind eher unerheblich. So ist es durchaus möglich, dass Halbporzellan, wie beispielsweise Majolika und Fayence, oder weiß brennendes Feinsteinzeug durchaus als Porzellan gelten können.
 

Die Erfindung des europäischen Hartporzellans

Am 15. Januar 1708 gelang es Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in der Jungfernbastei der Festung Dresden, das erste europäische Hartporzellan zu erzeugen. Nach Tschirnhaus' Tod entwickel­te Böttger das Verfahren in Meißen und Dresden weiter. Am 28. März 1709 vermeldete er in Dresden die Erfindung des europäischen Porzellans. Ab dem 6. Juni 1710 wurde in Meißen auf der Albrechtsburg die ers­te europäische Porzellanproduktionsstätte eingerichtet. Das Meißener Porzellan aus der Meißner Porzellan-Manufaktur ist noch heute berühmt. Alle Porzellane aus dieser Produktion tragen bereits seit 1722 das Markenzeichen für Meißener Porzellan, die „Gekreuzten Schwerter“. Durch die kontinuierliche Fertigung bis zum heutigen Tag werden die „Gekreuzten Schwerter“ häufig als die älteste in Gebrauch befindliche Herstellermarke bezeichnet. 
Die zweitälteste Porzellanmanufaktur Europas entstand ein knappes Jahrzehnt nach Meißen in Wien. Am 27. Mai 1718 verlieh
Kaiser Karl VI. dem Be­amten Claudius Innocentius du Paquier ein „Spezialprivilegium“ für die Her­stellung von Porzellan innerhalb der habsburgischen Länder. Die Wiener Porzellanmanufaktur, die Hof und Adel mit äußerst qualitätvollen Servicen und Ziergegenständen belieferte, existierte bis 1864.

 
Ab 1718 wurden überall in Europa Porzellanmanufakturen gegründet. Sehr oft geschah dies unter Mitwirkung von Meißner
Arkanisten, aber auch Nach­erfindungen gab es. So hat 1744 Dmitri Iwanowitsch Winogradow das russische Porzellan erfunden, welches fortan in der Kaiserliche Porzellan­manufaktur St. Petersburg hergestellt wurde. In Thüringen kam 1755 Georg Heinrich Macheleid durch eigene Experimente zum Ziel.

 

Viele dieser Manufakturen mussten um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ihre Produktion wieder einstellen. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Neugründungen, aufgrund von Kaolinvorkom­men in Nordbayern, Oberfranken, der Oberpfalz und Thüringen. Dort wurden zeitweise bis zu 90 Prozent des deutschen Porzellans produziert.

 

Das 20. Jahrhundert ist in der Porzellanherstellung vor allem geprägt durch die zunehmende Industrialisierung. Die Einführung von Tunnelbrandöfen und Maschinen zur Fertigung einfacher Teile rationalisieren den Produktionsprozess und machen Porzellan endgültig zum Massenprodukt. Aufgrund der schwierigen Herstellung komplexer Formen (Kannen, Henkeltassen) und der teilweise aufwändigen Dekorierung ist die Herstellung aber bis heute nicht vollständig automatisierbar.

 

Durch Verwerfungen des Marktes kommt es ab den späten 1970er Jahren zu einer Krise in der deutschen Porzellanindustrie, ausgelöst durch gesellschaftliche Änderungen und Billigimporte aus anderen Ländern: Die rasch steigenden Arbeitslöhne in Deutschland machen das Produkt teuer und viele Firmen haben den günstigen Importen keine Verkaufsargumente entgegenzusetzen. So kommt es ab Mitte der 1980er bis heute zu zahlreichen Werksschließungen, u. a. die Werke in Tirschenreuth, Waldsassen und Mitterteich, und Firmenzusammenschlüssen, z. B. die SKV Porzellan Union, später Arzberg Porzellan GmbH, oder die Sambonet Rosenthal Group.

Manche Hersteller versuchten auch, dem Konkurrenzdruck durch eine Verlegung der Produktion in das Ausland zu begegnen. Die verbleibenden Hersteller waren zu einer Konsolidierung und Straffung bzw. Neuausrichtung des Sortiments gezwungen.

 

In den letzten Jahren scheint sich eine leichte Trendwende auf dem Markt abzuzeichnen: Stark rationalisierte Arbeitsabläufe, neue Vertriebskonzepte und die konsequente Ausrichtung hauptsächlich auf das gehobene bis luxuriöse Preissegment bescheren den deutschen Herstellern wieder steigende Umsätze.


Brauchtum
An einem
Polterabend gilt es als Tradition, am Höhepunkt das von den Gästen mitgebrachte Porzellan zu zerschmettern, um es daraufhin vom Brautpaar wegfegen zu lassen.

Dies gilt als Zeichen der Fähigkeit des Brautpaares, schwere Zeiten und Probleme gemeinsam durchzustehen. Die Scherben sollen außerdem Glück bringen.

 

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